Wenn wir nach einer Wanderung, einer Wallfahrt,… „einkehren“, dann meint man damit, in ein Lokal zu gehen, um etwas zu trinken und zu essen. Man will seinen Körper stärken und laben.
Bei einem „Einkehrtag“ denken wir nicht an das Essen. Aber irgendwie erinnert die Bedeutung an das Wort in der Bibel, das wir am Sonntag hörten: „Der Mensch lebt nicht nur von Brot allein, sondern von jedem Wort aus Gottes Mund.“
Ein Einkehrtag will uns nähren, aber nicht den Körper, sondern unsere Seele. Leib und Seele bilden eine Einheit, daher dürfen wir unsere Seele nicht verhungern lassen. Einkehrtage sind Besinnungstage, die angebotenen Vorträge werden nur dann in unser Herz dringen und uns nähren, wenn wir unsere Sinne offenhalten für Gott. Einkehrtage dienen der inneren Einkehr.

Dem Einkehrtagsleiter, Domkurat Dr. Johannes Kreier gelang es, ein „Fünf Hauben Menü“ zu servieren.
Tiefgründig und mit Humor erzählte er uns vom Ursprung und Sinn des Fastens, immer auf Grundlage der Bibel. Gott ruft uns alle, wie im Paradies Adam und Eva: „Wo bist du?“

Der Sinn dieser 40 Tage des Fastens liegt in der Umkehr zu Gott, der uns die große Chance der Umkehr geschenkt hat durch das Sakrament der Beichte. Er weiß, dass wir uns vor ihm verstecken.  Gott spricht zu uns, er will uns nach Hause führen. Christus ist der einzige, der Gottes Übersetzer ist, alles was er tut und sagt, zeigt uns den Vater, den Weg zu Gott. Gott sucht uns!

Wir erkennen, dass wir nur Gast auf Erden sind, dass wir uns auf den Heimweg machen müssen. Die österliche Bußzeit erinnert daran, wie grausam Jesus gestorben ist, dass er uns den Heimweg frei gemacht hat. Diese Umkehr ist ein dauernder Prozess, nicht einmaliges Tun. Die Beichte ist ein wichtiger Teil dieser permanenten Umkehr. Der barmherzige Vater wartet auf die Umkehr seiner Kinder, um sie zu umarmen. Die  Fastenzeit soll uns erinnern, auf das Suchen Gottes zu antworten: „Hier bin ich!“